Stationär Betreutes Wohnen Jena

Talstraße 19, 07743 Jena; Fon 03641.2719008; Fax 03641.2719010

Am Standort Jena bieten wir zehn Plätze in vier WGs in einem Betreuten Wohnen im Rahmen von stationärer Jugendhilfe nach § 34 oder § 41 SGB VIII.
Das Aufnahmealter beginnt mit 17 Jahren und ist in Ausnahmefällen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich. Sollte der volljährig werdende Jugendliche einen Antrag auf Hilfe für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII stellen, kann die Hilfe über die Volljährigkeit hinaus geleistet werden.

Zielgruppe sind Jugendliche:

  • ohne und mit Migrationshintergrund,
  • die nicht mehr zu Hause wohnen können oder aus stationärer Jugendhilfe kommen,
  • die rechtlich und auch aus der Person heraus noch nicht in der Lage sind, ohne Unterstützung zu leben,
  • die einen kontinuierlichen festen Ansprechpartner benötigen (zwischen Vertrauensperson und sozialer Kontrolle),
  • die eine Unterbringung in den bekannten Konzepten der stationären Jugendhilfe als zu einengend empfinden und diese deshalb nicht erfolgreich wären,
  • die einen hohen Grad der Selbständigkeit aufzeigen, das heißt, sie können sich mit Unterstützung versorgen, können der Budgetverantwortung gerecht werden (wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich), wollen eine feste Tagesstruktur (Schule, Ausbildung, Praktika, FSJ, BuFD, etc.) und gehen dieser nach
  • die Beeinträchtigungen im sozial-emotionalen/psychischen Bereich aufweisen

Weibliche und männliche Jugendliche finden hier ein Zuhause auf Zeit, bis sie ihre wirtschaftliche Selbständigkeit erreicht haben. Eine ambulante Nachbetreuung kann die ersten Schritte der wirtschaftlichen Selbständigkeit dieser Jugendlichen begleiten.

Arbeitsschwerpunkte:

Jugendliche dieser Zielgruppe haben einen extrem hohen Bedarf an Reflexion ihres Alltagserlebens. Reflexion beinhaltet drei verschiedene Ebenen:

  1. Belobigung/Verstärkung von erfolgreich gemeisterten Alltagssituationen
  2. Motivation, kritische Situationen anzugehen
  3. vermeintlich schief gelaufenen Ereignissen Alternativen gegenüber zu stellen, auf die der Jugendliche später in ähnlichen Situationen zurückgreifen kann

Aus der Belobigung erfährt der Klient Bestätigung und Mut ähnliche Situationen ebenso erfolgreich meistern zu können. Kritische Situationen werden vorbesprochen und gegebenenfalls intensiv trainiert. Ein solches Training wird auch in Bezug auf Konflikte und deren Lösungen angeboten.

An folgenden Kompetenzen kann mit den Jugendlichen gearbeitet werden:

  • Training der sozialen Kompetenzen in Form von
    • Interaktionskompetenz
    • Konfliktlösungskompetenz
    • Kompetenz der Alltagsbewältigung inkl. des kontinuierlichen Schul- und/oder Ausbildungsbesuches
    • Kompetenz der Budgetverantwortung
    • Kompetenz der Gesundheitsvorsorge und der Verantwortung für den eigenen Körper
  • Training von Gesellschaftskompetenzen
    • Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie
    • Integration in Schule/Ausbildung
    • Umgang mit Behörden
  • Training von Kulturkompetenzen
    • Teilhabe im Freizeitbereich
    • Integration ggf. in Vereine
    • Wohnumfeld, Hausversammlung, Hausfeste

Die Jugendlichen planen ihren Tagesablauf, vor allem an schulfreien Tagen, selbständig und sprechen diesen mit ihren Betreuern ab. Hier wird ihnen ein hohes Maß an Eigenverantwortung abverlangt. Die Betreuenden stehen Ihnen an diesen Tagen bis gegen Mittag und dann erst wieder ab einundzwanzig Uhr zur Verfügung. Somit können die Jugendlichen Erfahrungen sammeln und Konsequenzen ihres Handelns erleben, gleichzeitig haben sie aber auch die Chance, das Erlebte zu reflektieren und gegebenenfalls zu korrigieren. 

Charakteristisch für das Betreute Wohnen der Sozialunternehmen Förster GmbH ist, dass eine Nachtbereitschaft, vordergründig für die minderjährigen Jugendlichen, vorgehalten wird. Dies erklärt auch den unterschiedlichen Tagessatz für minderjährige Jugendliche und volljährige junge Menschen.