Konzept

Wir legen besonderen Wert auf:

Pädagogischer Alltag 

Der pädagogische Alltag zeichnet sich in seiner wiederkehrenden Struktur, unterschieden in Schultag und schulfreier Tag, aus. Die Tages- und Wochenstruktur ist für die Kinder und Jugendlichen der Rahmen, in dem sie altersgerecht agieren können. 
Gemeinsame Rituale, sowohl am Tag (gemeinsames Einnehmen der Mahlzeiten, Begrüßung untereinander, Zeit für Erzählen, Abendausklang etc.) als auch jahresübergreifend (Feiern von Geburtstagen, Feriengestaltung, Weihnachten, Ostern etc.) tragen zur Verfestigung der Strukturen bei. Die Gestaltung dieser Rituale wird zusammen mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet und fortwährend überprüft. 
Um Kinder und Jugendliche im Prozess des Erwachsen werden zu begleiten, werden diese in alle anstehenden alltäglichen Arbeiten mit einbezogen. Das gemeinsame Erledigen von Aufgaben durch das Kind/den Jugendlichen und Betreuenden ermöglicht neben dem Kompetenzerwerb auch Kommunikation, Beziehung und Problemlösung ohne dafür ein extra Setting schaffen zu müssen.
Im Umkehrschluss soll die Fähigkeit der Kinder und Jugendlichen ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen und zu erhalten, nicht nur gefördert, sondern auch in die inhaltliche Arbeit mit einbezogen werden.
Diesen Ansatz der Beziehungsgestaltung mit den Kindern und Jugendlichen wird in der Sozialunternehmen Förster GmbH als alltagspädagogischer Ansatz praktiziert. 

Hilfeplanung
In Kooperation mit den belegenden Jugendämtern werden unter Berücksichtigung der Partizipation der einzelnen Kindern und Jugendlichen individuelle, auf die Betreuten angepasste Hilfepläne erarbeitet und umgesetzt. Die jungen Menschen werden altersentsprechend und in persönlicher Atmosphäre in die alltäglichen Pflichten mit einbezogen um eine alterstypische Selbständigkeit zu ermöglichen bzw. sie auf ein wirtschaftlich eigenständiges und -verantwortliches Leben vorzubereiten und sie in einem fließenden Übergang in die Selbstverantwortung zu unterstützen.

Werte- und Kompetenzorientierte Bildung
Im Rahmen der werte- und kompetenzorientierten Bildung nehmen die Kinder und Jugendlichen regelmäßig an Wochenendseminaren der Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar zu gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Themen teil. Ziel ist es, mit interaktiven, alltagsorientierten und erlebnispädagogischen Methoden gesellschaftliche, soziale, kulturelle und ökologisch-ökonomische Werte als positiv erlebend zu vermitteln und entsprechende Kompetenzen auszubauen.
In diesem Rahmen findet in den Sommerferien auch eine externe Ferienfahrt statt.  Diese dient besonders der Beziehungsarbeit zwischen Betreuenden und Betreuten, der Regenerierung vom Alltag mit all seinen Sorgen und Ängsten.
Darüber hinaus werden regelmäßig gemeinsame, erlebnispädagogische, sportliche und/oder kulturelle Ausflüge unternommen.

Integration
Momentan liegt der Schwerpunkte der familienorientierten Wohngruppen Kahla und Hermsdorf auf der Betreuung und Begleitung von minderjährigen Ausländerinnen und Ausländern (UMA).
Konzeptionell sind zwei der sechs Plätze hierfür in den Wohngruppen Kahla und Hermsdorf vorgesehen.
Integration bedeutet aber nicht nur Spracherwerb. Integration heißt vielmehr Mitmachen, Leben gemeinsamer Werte und Ideale, Grenzen überwinden, füreinander einstehen, Solidaridät und sich gegenseitig respektieren.
Diese Form von gelebter Integration bezieht sich nicht nur auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, sondern gilt für alle zu betreuenden.  

Eltern.Kultur.Arbeit
Soweit mit dem Jugendamt nichts anderes vereinbart ist, werden die Eltern der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen regelmäßig über die Entwicklung ihrer Kinder informiert und in die zu treffenden Entscheidungen einbezogen.
Angebote der Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit, die zur Fremdunterbringung geführt hat, dienen der Steigerung der Beziehungsqualität zwischen Kindern und ihren Eltern und umgekehrt.
Zur Eltern.Kultur.Arbeit gehören auch gemeinsame Familien-/Eltern-Aktivtage, die das gemeinsame Erleben fördern, aber auch die Eltern untereinander in Aktion und Austausch treten lassen. Individuelle Elternnachmittage zur Vorbereitung einer Rückführung, die intensive Vorplanung und Nachbesprechung von Heimfahrten sowie die unter gewissen Umständen stattfindende Begleitung von Besuchen bei den Eltern runden das Angebot der Eltern.Kultur.Arbeit ab.

Psychologische Begleitung
Der Psychologe versteht sich als Prozessbegleiter in der Auseinandersetzung der Klientel zwischen ihrem Verhalten und der darauf folgenden Reaktion der Umwelt und deren eigenem Wunsch, anders handeln zu wollen, aber nicht können. Dieser Prozess kann bei der Klientel in Therapie enden.
Bis es soweit ist, helfen wiederkehrende Einzelgespräche, Rückkopplung der Ergebnisse der Einzelgespräche in die Teamberatung und die Reflexion des pädagogischen Alltags. Darüber hinaus wird ein breites Netzwerk von Kliniken und niedergelassenen Ärzten und Therapeuten vorgehalten.
Alle stationären Betreuungsformen der Sozialunternehmen Förster GmbH haben , wenn auch unterschiedlich hohe Anteile von psychologischer Begleitung im Regelleistungsentgelt verankert. 

Management der Abbruchvermeidung
Im Rahmen des Managements der Abbruchvermeidung treten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Kindern und Jugendlichen als verlässliche, emphatische und beziehungstaugliche Erwachsene gegenüber. Sie gehen mit Vertrauen in Vorschuss, verstärken erwünschtes Verhalten mit Lob, ersetzen den erhobenen Zeigefinger durch Reflexion, fordern das Gespräch, treffen tragfähige Vereinbarungen, lassen von Strukturen nicht ab und verhandeln innerhalb dieser mit dem Kind oder Jugendlichen, halten ausgesprochene Konsequenzen ein und sprechen sich untereinander ab. 
Darüber hinaus tragen unter anderem ein multiprofessionelles und interdisziplinäres Mitarbeiterteam, eine hohe Strukturqualität in Bezug auf Personalschlüssel, Unterstützungssystem und materieller Ausstattung und die hohe Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an Bedarfe und Erfordernisse des Einzelfalls sowie eine hohe Kooperation und Transparenz innerhalb des Unternehmens, dem Jugendamt und der Herkunftsfamilie bei, dass die zu betreuenden Kinder und Jugendliche die Mitarbeitenden als verlässliche und authentische Erwachsene erleben und wahrnehmen können. Nur so sind Veränderungen möglich und ein vorzeitiger Abbruch der Hilfe vermeidbar. 

Personalmanagement
Die gesamte Personalarbeit der Sozialunternehmen Förster GmbH orientiert alle Bestrebungen darauf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit gern ausführen und die dafür benötigte Energie haben, indem ihnen die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.